Businessplan & Zahlen
Finanzplan für den Gründungszuschuss: Beispielrechnung mit und ohne Zuschuss

Das Wichtigste in Kürze
- Vier Pläne, eine Frage: Reicht das Geld zum Starten, zum Durchhalten und zum Leben?
- Pflichtunterlagen: Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan sowie Umsatz- und Rentabilitätsvorschau verlangt die Bundesagentur ausdrücklich (FW 93.46). Den Liquiditätsplan verlangen viele fachkundige Stellen zusätzlich.
- Der Zuschuss ist Privatgeld: Er ist steuerfrei (§ 3 Nr. 2 EStG) und keine Betriebseinnahme. In der Rentabilitätsvorschau hat er nichts zu suchen.
- Gewinn ist nicht Geld auf dem Konto: Zahlen Kunden erst nach 30 Tagen, fehlt Dir das Geld genau in den Monaten, in denen es am knappsten ist.
- Zwei Szenarien sind Pflicht für Dich, nicht für die Agentur: Phase 1 ist Ermessen, Phase 2 erst recht. Plane so, dass Du auch ohne Zuschuss weißt, was Dir fehlt.
- Im Beispiel unten fehlen ohne Zuschuss in Monat 5 rund 6.300 €. Mit Zuschuss bleibt das Konto durchgehend im Plus.
„Und wovon lebst Du, bis die ersten Kunden zahlen?“ Diese Frage stellt jede fachkundige Stelle, und sie steht im Kern jedes Finanzplans. Viele Gründerinnen und Gründer haben einen Businessplan, in dem die Idee glänzt, und einen Zahlenteil, der irgendwie aufgeht. Was fehlt, ist der Blick auf die einzelnen Monate. Genau dort entscheidet sich, ob eine Gründung durchhält. In diesem Artikel rechnen wir einen Finanzplan für den Gründungszuschuss einmal komplett durch: alle vier Teilpläne, zwei Szenarien, echte Zahlen.
Ein Beispiel zieht sich durch den Artikel: Thomas, 51, 18 Jahre Haustechniker bei einer Wohnungsgesellschaft in Leipzig, betriebsbedingt gekündigt. Er bezieht 1.600 € Arbeitslosengeld im Monat und will sich mit einem Hausmeisterservice für kleine Vermieter und Eigentümergemeinschaften selbstständig machen: Kleinreparaturen, Winterdienst, Treppenhaus- und Grünpflege. Sein Stundensatz liegt bei 45 € netto, nach dem Anlauf plant er mit 80 abrechenbaren Stunden im Monat. Thomas lebt allein, sein privater Bedarf liegt bei 1.750 € im Monat ohne Krankenversicherung. Wie sein Businessplan-Text klingt, zeigt der Ratgeber Businessplan für die Arbeitsagentur.
Was gehört in den Finanzplan für den Gründungszuschuss?
In den Finanzplan für den Gründungszuschuss gehören vier Teilpläne. Sie bauen aufeinander auf und beantworten jeweils eine eigene Frage. Zusammen bilden sie den Zahlenteil Deines Businessplans, den die fachkundige Stelle prüft.
Die vier Teile des Finanzplans
Kapitalbedarfsplan
- Beantwortet die Frage
- Wie viel Geld brauchst Du, bevor der erste Euro reinkommt?
- Zeitraum
- einmalig zum Start
- Pflicht laut BA
- ja
Finanzierungsplan
- Beantwortet die Frage
- Woher kommt dieses Geld?
- Zeitraum
- einmalig zum Start
- Pflicht laut BA
- ja
Rentabilitätsvorschau (Umsatz- und Ertragsvorschau)
- Beantwortet die Frage
- Bleibt nach allen Kosten genug Gewinn zum Leben?
- Zeitraum
- 3 Jahre, Jahr 1 gern monatlich
- Pflicht laut BA
- ja
Liquiditätsplan
- Beantwortet die Frage
- Ist in jedem Monat genug Geld auf dem Konto?
- Zeitraum
- Jahr 1 monatlich, Jahr 2 und 3 quartalsweise oder jährlich
- Pflicht laut BA
- von vielen Stellen verlangt
Quelle: Fachliche Weisungen der Bundesagentur für Arbeit zum Gründungszuschuss, FW 93.46. Welche Form der Liquiditätsplanung Deine fachkundige Stelle erwartet, fragst Du am besten vorher nach.
- Begriff erklärt
Kapitalbedarfsplan
Die Liste aller Ausgaben, die vor oder direkt beim Start anfallen: Anschaffungen, Gründungskosten und eine Reserve für die Anlaufphase. Er beantwortet, wie viel Startkapital Du brauchst.
- Begriff erklärt
Rentabilitätsvorschau
Die Gegenüberstellung von Umsatz und Kosten für die ersten drei Jahre. Sie zeigt den Gewinn vor Steuern und, nach Abzug von Krankenversicherung und Steuern, was Dir zum Leben bleibt. Auch Umsatz- und Ertragsvorschau genannt.
- Begriff erklärt
Liquiditätsplan
Die Planung aller Einzahlungen und Auszahlungen Monat für Monat. Er zeigt, ob Dein Konto in jedem Monat im Plus bleibt, auch wenn Kunden später zahlen oder Anschaffungen sofort fällig sind.
- Begriff erklärt
Privatentnahme
Das Geld, das Du jeden Monat aus Deiner Selbstständigkeit für Dich privat brauchst: Miete, Lebenshaltung, Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge und eine Rücklage für die Einkommensteuer.
Schritt 1: Wie viel Startkapital brauchst Du? (Kapitalbedarfsplan)
Dein Startkapital ergibt sich aus Anschaffungen, Gründungskosten und einer Reserve für die Anlaufphase. Die Reserve vergessen viele, dabei ist sie oft der wichtigste Posten. Thomas braucht einen Transporter, Werkzeug und ein paar Dinge für den Auftritt nach außen.
Thomas' Kapitalbedarfsplan
Transporter, gebraucht
- Betrag
- 8.000 €
- Hinweis
- wird über 4 Jahre abgeschrieben: 2.000 € pro Jahr
Werkzeug und Kleinmaschinen
- Betrag
- 2.500 €
- Hinweis
- jedes Teil unter 800 € netto: als geringwertige Wirtschaftsgüter sofort absetzbar (§ 6 Abs. 2 EStG)
Gründungskosten
- Betrag
- 500 €
- Hinweis
- Gewerbeanmeldung, Fahrzeugbeschriftung, Visitenkarten, Website-Baukasten
Betriebsmittelreserve
- Betrag
- 2.000 €
- Hinweis
- Puffer für die Anlaufphase
Kapitalbedarf gesamt
- Betrag
- 13.000 €
- Hinweis
Schritt 2: Woher kommt das Geld? (Finanzierungsplan)
Der Finanzierungsplan muss genau den Kapitalbedarf decken, nicht mehr und nicht weniger. Mögliche Quellen sind Ersparnisse, ein Darlehen der Hausbank, ein Förderkredit oder Geld aus der Familie. Thomas hat Ersparnisse von 13.000 € und finanziert seinen Start damit vollständig selbst.
Thomas' Finanzierungsplan
Eigenmittel (Ersparnisse)
- Betrag
- 13.000 €
Darlehen
- Betrag
- 0 €
Finanzierung gesamt
- Betrag
- 13.000 €
Schritt 3: Trägt sich Deine Gründung? (Rentabilitätsvorschau über 3 Jahre)
Die Rentabilitätsvorschau zeigt, ob nach allen Kosten, nach Krankenversicherung und nach Steuern genug für Deinen Lebensunterhalt übrig bleibt. Den Umsatz leitest Du aus Preis × Menge her, nicht aus einem Wunschbetrag. Thomas startet mit 600 € Umsatz im ersten Monat und steigert ihn bis Monat 6 auf 3.600 € (80 Stunden × 45 €). Daraus ergeben sich 34.200 € im ersten Jahr.
Thomas' Rentabilitätsvorschau
Umsatz (netto)
- Jahr 1
- 34.200 €
- Jahr 2
- 46.000 €
- Jahr 3
- 52.000 €
Laufende Betriebsausgaben (Fahrzeugkosten, Versicherungen, Telefon, Software, Steuerberatung, Marketing, Kammerbeitrag)
- Jahr 1
- − 7.800 €
- Jahr 2
- − 8.000 €
- Jahr 3
- − 8.500 €
Abschreibung Transporter
- Jahr 1
- − 2.000 €
- Jahr 2
- − 2.000 €
- Jahr 3
- − 2.000 €
Werkzeug (geringwertige Wirtschaftsgüter) und Gründungskosten
- Jahr 1
- − 3.000 €
- Jahr 2
- –
- Jahr 3
- –
Betriebsergebnis vor Steuern
- Jahr 1
- 21.400 €
- Jahr 2
- 36.000 €
- Jahr 3
- 41.500 €
Kranken- und Pflegeversicherung, rund 20 %
- Jahr 1
- − 4.280 €
- Jahr 2
- − 7.200 €
- Jahr 3
- − 8.300 €
Rücklage Einkommensteuer (Schätzung)
- Jahr 1
- − 1.190 €
- Jahr 2
- − 4.110 €
- Jahr 3
- − 5.210 €
Verfügbares Einkommen
- Jahr 1
- 15.930 €
- Jahr 2
- 24.690 €
- Jahr 3
- 27.990 €
Privater Bedarf (12 × 1.750 €)
- Jahr 1
- 21.000 €
- Jahr 2
- 21.000 €
- Jahr 3
- 21.000 €
Ergebnis
- Jahr 1
- − 5.070 €
- Jahr 2
- + 3.690 €
- Jahr 3
- + 6.990 €
Vereinfachte Schätzung für eine alleinstehende Person ohne Kinder, Stand 2026. Alle Beträge netto, ohne Umsatzsteuer. Krankenversicherung: rund 20 % des Gewinns, mindestens rund 264 € im Monat (Mindestbemessung 1.318,33 €). Steuerrücklage: 25 % des Betrags, der nach Krankenversicherung über dem Grundfreibetrag von 12.348 € liegt. Gewerbesteuer fällt bei Einzelunternehmen erst über 24.500 € Gewinn an und wird weitgehend auf die Einkommensteuer angerechnet. Deine echte Steuerlast berechnet Deine Steuerberatung.
Das Ergebnis ist ehrlich: Im ersten Jahr fehlen Thomas rund 5.000 €, weil der Umsatz erst anlaufen muss und Werkzeug und Gründungskosten das erste Jahr belasten. Ab dem zweiten Jahr trägt sich sein Hausmeisterservice ohne Förderung, mit einem Puffer von knapp 3.700 €. Genau das will die fachkundige Stelle sehen. Welche Fragen sie dabei genau beantwortet, steht im Ratgeber Fachkundige Stellungnahme.
Schritt 4: Reicht das Geld in jedem Monat? (Liquiditätsplan)
Der Liquiditätsplan zeigt Monat für Monat, ob Dein Konto im Plus bleibt. Er rechnet nicht mit Umsatz, sondern mit Geld, das tatsächlich fließt. Bei Thomas machen zwei Annahmen den Unterschied: Seine Kunden zahlen 30 Tage nach Rechnung, das Geld für Monat 1 kommt also erst in Monat 2. Und er entnimmt jeden Monat 2.210 € privat: 1.750 € Lebensunterhalt, rund 360 € Krankenversicherung und 100 € Rücklage für die Steuer. Dazu kommen 650 € laufende Betriebsausgaben. Er startet mit seiner Reserve von 2.000 €.
Thomas' Liquiditätsplan im ersten Jahr
Monat 1ohne: − 860 €mit: 1.040 €
Monat 2ohne: − 3.120 €mit: 680 €
Monat 3ohne: − 4.780 €mit: 920 €
Monat 4ohne: − 5.840 €mit: 1.760 €
Monat 5ohne: − 6.300 €mit: 3.200 €
Monat 6ohne: − 6.160 €mit: 5.240 €
Monat 7ohne: − 5.420 €mit: 6.280 €
Monat 8ohne: − 4.680 €mit: 7.320 €
Monat 9ohne: − 3.940 €mit: 8.360 €
Monat 10ohne: − 3.200 €mit: 9.400 €
Monat 11ohne: − 2.460 €mit: 10.440 €
Monat 12ohne: − 1.720 €mit: 11.480 €
Zuschuss Phase 1: 6 Monate × (1.600 € Arbeitslosengeld + 300 €) = 1.900 € im Monat. Phase 2: 300 € im Monat für weitere 9 Monate, davon 6 im ersten Jahr. Phase 2 ist eine Ermessensleistung und setzt eine intensive Geschäftstätigkeit voraus (§ 94 Abs. 2 SGB III). Werkzeug, Transporter und Gründungskosten hat Thomas vor dem Start aus seinen Ersparnissen bezahlt, sie stehen deshalb nicht in dieser Tabelle.
Thomas' Kontostand im ersten Jahr: drei Szenarien
- — Ohne Zuschuss: − 1.720 €
- - - Nur Phase 1: + 9.680 €
- — Phase 1 und 2: + 11.480 €
| Zeitpunkt | Ohne Zuschuss | Nur Phase 1 | Phase 1 und 2 |
|---|---|---|---|
| Start | 2.000 € | 2.000 € | 2.000 € |
| 1 | -860 € | 1.040 € | 1.040 € |
| 2 | -3.120 € | 680 € | 680 € |
| 3 | -4.780 € | 920 € | 920 € |
| 4 | -5.840 € | 1.760 € | 1.760 € |
| 5 | -6.300 € | 3.200 € | 3.200 € |
| 6 | -6.160 € | 5.240 € | 5.240 € |
| 7 | -5.420 € | 5.980 € | 6.280 € |
| 8 | -4.680 € | 6.720 € | 7.320 € |
| 9 | -3.940 € | 7.460 € | 8.360 € |
| 10 | -3.200 € | 8.200 € | 9.400 € |
| 11 | -2.460 € | 8.940 € | 10.440 € |
| 12 | -1.720 € | 9.680 € | 11.480 € |
Was der Liquiditätsplan über Thomas verrät
- tiefster Kontostand ohne Zuschuss (Monat 5)
− 6.300 €
tiefster Kontostand ohne Zuschuss (Monat 5)
- tiefster Kontostand mit Zuschuss (Monat 2)
+ 680 €
tiefster Kontostand mit Zuschuss (Monat 2)
- decken Kundenzahlungen alle laufenden Ausgaben
ab Monat 6
decken Kundenzahlungen alle laufenden Ausgaben
- Puffer im zweiten Jahr, ganz ohne Förderung
+ 3.690 €
Puffer im zweiten Jahr, ganz ohne Förderung
Mit und ohne Gründungszuschuss: Warum Du beide Szenarien brauchst
Du brauchst beide Szenarien, weil sie zwei verschiedene Fragen beantworten. Das Szenario mit Zuschuss ist Dein Plan A, den Du der Agentur vorlegst. Das Szenario ohne Zuschuss ist Dein Sicherheitsnetz. Es zeigt Dir, wie viel Geld Dir fehlt, wenn die Agentur ablehnt oder Phase 2 nicht bewilligt. Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht.
Was die beiden Szenarien Thomas zeigen
Mit Zuschuss (Plan A)
- Konto bleibt jeden Monat im Plus
- tiefster Stand + 680 € in Monat 2: knapp, aber machbar
- nach 12 Monaten 11.480 € auf dem Konto, mit nur Phase 1 noch 9.680 €
- Phase 2 macht nur 1.800 € Unterschied im ersten Jahr: nicht fest einplanen
Ohne Zuschuss (Plan B)
- Konto ab Monat 1 im Minus
- Lücke von 6.300 € in Monat 5
- Reserve müsste von 2.000 € auf rund 8.300 € steigen, mit Puffer auf etwa 9.000 €
- Plan B braucht deshalb eine eigene Antwort, bevor Thomas startet
Was Thomas tun kann, wenn er ohne Zuschuss starten müsste: einen günstigeren Transporter kaufen oder leasen, mit einem kleinen Darlehen die Reserve aufstocken, Stammkunden um Abschlagszahlungen bitten oder die ersten Monate nebenberuflich anlaufen lassen. Wichtig ist nicht, dass Plan B schön aussieht. Wichtig ist, dass Du ihn kennst, bevor Du den Antrag stellst.
Reicht Dein Geld durch die Anlaufphase? Der Liquiditäts-Check mit und ohne Zuschuss
Ohne Zuschuss
Tiefster Kontostand: − 6.300 € in Monat 5 · Nach 12 Monaten: − 1.720 €
Nur Phase 1
Tiefster Kontostand: 680 € in Monat 2 · Nach 12 Monaten: 9.680 €
Phase 1 und 2
Tiefster Kontostand: 680 € in Monat 2 · Nach 12 Monaten: 11.480 €
Ohne Zuschuss brauchst Du 6.300 € zusätzliche Reserve.
Deine Kundenzahlungen decken die laufenden Ausgaben ab Monat 6.
Dein Kontostand im ersten Jahr
- — Ohne Zuschuss: − 1.720 €
- - - Nur Phase 1: 9.680 €
- — Phase 1 und 2: 11.480 €
| Zeitpunkt | Ohne Zuschuss | Nur Phase 1 | Phase 1 und 2 |
|---|---|---|---|
| Start | 2.000 € | 2.000 € | 2.000 € |
| 1 | -860 € | 1.040 € | 1.040 € |
| 2 | -3.120 € | 680 € | 680 € |
| 3 | -4.780 € | 920 € | 920 € |
| 4 | -5.840 € | 1.760 € | 1.760 € |
| 5 | -6.300 € | 3.200 € | 3.200 € |
| 6 | -6.160 € | 5.240 € | 5.240 € |
| 7 | -5.420 € | 5.980 € | 6.280 € |
| 8 | -4.680 € | 6.720 € | 7.320 € |
| 9 | -3.940 € | 7.460 € | 8.360 € |
| 10 | -3.200 € | 8.200 € | 9.400 € |
| 11 | -2.460 € | 8.940 € | 10.440 € |
| 12 | -1.720 € | 9.680 € | 11.480 € |
Vereinfachte Orientierung ohne Gewähr. Gleichmäßiger Anlauf, konstante Kosten, ohne Umsatzsteuer. Phase 1 und Phase 2 des Gründungszuschusses sind Ermessensleistungen der Agentur für Arbeit. Keine Steuer- oder Finanzberatung.
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Deinen Finanzplan stellst Du in fünf Schritten auf, in genau dieser Reihenfolge. Plane dafür zwei bis drei Arbeitstage ein, wenn Du Deine Preise und Kosten schon kennst.
Deinen Finanzplan in 5 Schritten aufstellen
- 1
Privaten Bedarf ermitteln
1 Std.Miete, Lebenshaltung, Versicherungen, Altersvorsorge. Nimm Deine Kontoauszüge der letzten drei Monate als Grundlage, nicht Dein Gefühl.
- 2
Kapitalbedarf und Finanzierung aufschreiben
2 Std.Alle Anschaffungen, Gründungskosten und eine Reserve. Dann die Quellen dazu, bis beide Summen gleich sind.
- 3
Umsatz herleiten
3 Std.Preis × Menge, Monat für Monat, mit realistischer Anlaufphase. Schreib dazu, woher die Kunden kommen.
- 4
Rentabilitätsvorschau über 3 Jahre rechnen
3 Std.Umsatz minus alle Kosten, dann Krankenversicherung und Steuern abziehen und mit Deinem privaten Bedarf vergleichen.
- 5
Liquiditätsplan in zwei Szenarien rechnen
3 Std.Monatlich für Jahr 1, mit Zahlungszielen Deiner Kunden. Einmal mit Zuschuss als Privateinlage, einmal ohne. Den tiefsten Kontostand markieren.
Unsicher, ob Deine Zahlen tragen?
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Über den Gründungszuschuss entscheidet die zuständige Agentur für Arbeit. Eine Bewilligung kann niemand garantieren.
Welche Fehler im Finanzplan fallen bei der Prüfung auf?
Bei der Prüfung fallen vor allem Zahlen auf, die nicht zusammenpassen oder zu gut aussehen. Diese Fehler sehe ich in Businessplänen am häufigsten:
- Umsatz ab Monat 1 auf Endniveau. Ohne Anlaufphase wirkt der Plan schöngerechnet.
- Zuschuss im Umsatz. Er ist Privatgeld und gehört in den Liquiditätsplan.
- Krankenversicherung vergessen. Sie ist für viele der größte Einzelposten nach der Miete. Rechne mit rund 20 % Deines Gewinns, mindestens rund 264 € im Monat.
- Keine Steuerrücklage. Die erste Steuerzahlung kommt oft erst im zweiten Jahr, dann aber für das erste gleich mit.
- Lebenshaltung zu niedrig. 900 € im Monat für eine Familie glaubt niemand, am wenigsten die fachkundige Stelle.
- Liquidität = Gewinn. Wer Zahlungsziele und Anschaffungen nicht monatlich plant, sieht die Lücke erst auf dem Kontoauszug.
- Zahlen widersprechen sich. Der Umsatz im Text, in der Rentabilitätsvorschau und im Liquiditätsplan muss derselbe sein.
Wo stehst Du mit Deinem Finanzplan?
Was hast Du schon?
Checkliste: Dein Finanzplan vor dem Einreichen
Bevor Du Deinen Finanzplan an die fachkundige Stelle gibst
- Privater Bedarf aus echten Kontoauszügen ermittelt
- Kapitalbedarf mit Reserve für die Anlaufphase, Finanzierung deckt ihn vollständig
- Umsatz aus Preis × Menge hergeleitet, mit Anlaufphase
- Alle Kosten erfasst: Fahrzeug, Versicherungen, Steuerberatung, Kammerbeitrag, Software, Marketing
- Anschaffungen richtig verteilt: Abschreibung oder sofort absetzbar als geringwertiges Wirtschaftsgut
- Krankenversicherung und Steuerrücklage abgezogen, Ergebnis mit privatem Bedarf verglichen
- Ab Jahr 2 trägt die Gründung ohne Förderung
- Gründungszuschuss nur im Liquiditätsplan, als Privateinlage
- Liquiditätsplan monatlich, mit Zahlungszielen, in zwei Szenarien
- Tiefster Kontostand bekannt, Plan B für den Fall ohne Zuschuss notiert
- Zahlen in Text und Tabellen stimmen überein

Sina Riegel, Gründungscoachin
Aus meiner Praxis
„Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn die Reserven nach und nach draufgehen. Nach der Insolvenz meiner ersten GmbH wollte ich neu starten, allein, und die Frage war ganz konkret: Überbrücke ich diese Zeit lange genug? Reicht das Geld? Damals habe ich gelernt, dass nicht der Gewinn am Jahresende entscheidet, sondern der Kontostand in jedem einzelnen Monat. Deshalb rechne ich mit meinen Coachees immer zuerst die Monate, in denen es eng wird. Wer seinen tiefsten Punkt kennt, kann ihn planen. Wer ihn nicht kennt, steht irgendwann davor.“
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Häufige Fragen
Quellen
- § 93 SGB III – Gründungszuschuss
- § 94 SGB III – Dauer und Höhe der Förderung
- § 3 EStG – Steuerfreie Einnahmen
- § 6 EStG – Bewertung (geringwertige Wirtschaftsgüter, Abs. 2)
- § 19 UStG – Kleinunternehmer
- Bundesagentur für Arbeit: Fachliche Weisungen zum Gründungszuschuss (Stand 13.09.2023)
- Bundesagentur für Arbeit: Vordruck „Stellungnahme der fachkundigen Stelle“ (BA GZ 04 – 01/2025)
- Bundesagentur für Arbeit: Gründungszuschuss beantragen
- Existenzgründungsportal des BMWE: Ist der Gründungszuschuss eine steuerfreie Einnahme?
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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechts- oder Steuerberatung. Über Förderungen entscheidet immer die zuständige Stelle im Einzelfall.
Kostenfreies Erstgespräch
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